Dr.
Josef Streidt

Weihbischof und Generalvikar von Wien

* 1905   † 1961

 

Schule, Studium, Priesterweihe, Kaplan

Josef Streidt wurde am 20. März 1905 in Wien geboren. Das Gymnasium absolvierte er jedoch in Graz. Zunächst studierte er Rechtswissenschaften, er trat dann allerdings 1927 ins Wiener Priesterseminar ein. Zudem begann er das Studium an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Seine Priesterweihe erfolgte am 19. Juli 1931. Hernach war er zwei Jahre lang Kaplan in Bruck an der Leitha.

Promotion, Domvikar und Domprediger in St. Stephan, Domkapitular

Josef Streidt war von 1933 bis 1937 Zeremoniär bei Kardinal Innitzer. 1937 promovierte er zum Dr. theol. Ab 1937 bis 1939 studierte er als Kaplan an der Gregoriana in Rom Kirchenrecht. Hernach kehrte er nach Wien zurück und wurde Domvikar sowie Domprediger in St. Stephan. Während des 2. Weltkrieges leitete er die Rechtsabteilung des erzbischöflichen Ordinariats. Das war in der Zeit der NS-Herrschaft eine besondere Herausforderung, für die es großen diplomatischen Geschicks bedurfte.

Die Ernennung von Josef Streidt zum Ordinariatskanzler erfolgte am 1. Oktober 1945, jene zum Domkapitular am 6. Dezember 1948.

Sein Neffe Sigi Bergmann kommt aus tragischen Gründen zu ihm nach Wien

Josef Streidt war der Onkel des bekannten Sportreporters Sigi Bergmann. Bergmann wurde im Dezember 1945 von Vorau nach Wien gebracht. Der tragische Hintergrund war, dass Bergmanns Mutter am 17. April 1945 zu Tode kam. Die kleine Familie, bestehend aus dem 7-jährigen Sigi, der Mutter und der Großmutter, war vor den anrückenden Russen in eine Dachkammer geflüchtet. Das Gehöft geriet in die Schusslinie von deutschen und russischen Truppen. Mutter, Sohn und Oma suchten Schutz in einer Scheune am Waldrand. Dort wurde Elisabeth Bergmann von einer verwirrten deutschen Kugel in die Bauchhöhle getroffen. Sie verblutete innerhalb von wenigen Minuten.

Sigi Bergmann landete bei seinem Onkel Josef Streidt. Er verbrachte viel Zeit im Erzbischöflichen Palais, vom Fenster seines Zimmers aus blickte er auf die Ruinen des Stephansdoms, auf die glaslosen gotischen Fensterbögen. In den Katakomben spielte er mit Totenschädeln, als Friedhofssänger begleitete er zahllose Begräbnisse.

Monsignore, Päpstlicher Hausprälat, Generalvikar, Weihbischof von Wien

Kurz vor dem Eintreffens seines Neffen Sigi war Josef Streidt bereits am 21. Oktober 1945 zum Päpstlichen Ehrenkämmerer (Monsignore) ernannt worden. Am 4. Dezember 1952 erhielt er den Titel des Päpstlichen Hausprälaten. Schließlich berief ihn Kardinal Innitzer am 6. Mai 1953 als Nachfolger von Jakob Weinbacher zum Generalvikar. Nach dem Tod von Innitzer endete am 9. Oktober 1955 vorläufig diese Funktion. Doch der neue Erzbischof Kardinal König ernannte Streidt am 7. Juni 1956 neuerlich zum Generalvikar. Die Ernennung zum Titularbischof von Macri und Weihbischof von Wien erfolgte am 3. August 1956, die Bischofsweihe nur wenig später am 28. Oktober 1956.

Tod in Folge eines Herzanfalls, letzte Ruhestätte

Josef Streidt hatte seine Ämter stets mit einer starken Intensität ausgeübt, was auch an seiner Gesundheit zehrte. Er erlitt am 28. Jänner 1961 plötzlich während einer wöchentlichen Ordinariatskonferenz einen Herzanfall und starb in den Armen von Kardinal König.

Bestattet wurde Josef Streidt am Zentralfriedhof, Gruppe 34E, in der Ruhestätte der verstorbenen Mitglieder des Wiener Domcapitels.

Die Ruhestätte am Wiener Zentralfriedhof

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